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Elterngeld und Zuverdienst

24.06.2020

Elterngeld ersetzt als staatliche Entgeltersatzleistung in etwa 65% des vorgeburtlichen Nettoeinkommens. Beim ElterngeldPlus ist es sogar nur die Hälfte.

Dieser oftmals enorme finanzielle Einschnitt bringt so manche Eltern an die Grenze des finanziell machbaren, weshalb sich viele Eltern fragen, ob und wenn ja, wie viel man während der Elternzeit, bzw. des Elterngeldbezuges hinzuverdienen kann.

Dieser Artikel behandelt dieses Thema ausführlich und gibt wertvolle Tipps und Tricks, wie Sie das Thema Elterngeld und Zuverdienst bestmöglich meistern:

Angestellt und Zuverdienst beim Elterngeld

Einkünfte aus Nichtselbständiger Arbeit sind grundsätzlich elterngeldrelevant, das heißt, wer Elterngeld bezieht und zusätzlich Einkommen aus einer Angestelltentätigkeit hat, muss der Elterngeldstelle seinen Zuverdienst nachweisen (Wochenstunden und Bruttoeinkommen). Der Nachweis erfolgt regelmäßig mit einer Arbeitgeberbescheinigung.

Hierbei ist es übrigens unerheblich, ob es sich um einen Mini-, Midi- oder um einen “regulären” Job handelt.

Hinweis:
Es zählen nur diejenigen Lohnarten, die auch im Bemessungszeitraum das Elterngeld erhöht haben. Wenn Sie also Sonstige Bezüge wie zum Beispiel Prämien oder Weihnachtsgeld während des Elterngeldbezuges erhalten, wird Ihr Elterngeld dadurch nicht vermindert.

Tipp:
Finden Sie zunächst Ihr optimales ElterngeldPlus-Brutto heraus. Vereinbaren Sie dann mit Ihrem Arbeitgeber, dass er Ihnen das optimale ElterngeldPlus-Brutto als laufend steuerpflichtigen Bezug zahlt. Alle weiteren Leistungen soll er Ihnen als Sonstige/Einmalbezüge zahlen. So können Sie anrechenfrei ElterngeldPlus beziehen. Die Voraussetzungen der Lohnsteuerrichtlinien zu der Lohnartenbesteuerung müssen hierbei natürlich erfüllt sein.

Deshalb: Gehen Sie auf Ihren Arbeitgeber zu.

“Wer frühzeitig seinen Elterngeldbezugszeitraum und seinen Zuverdienst plant, holt das Meiste raus und wird später auch nicht überrascht.”

Selbständigkeit und Zuverdienst beim Elterngeld

Selbständige, Gewerbetreibende und Land-, bzw. Forstwirte, haben während des Elterngeldbezuges enormes Gestaltungspotenzial. Sie dürfen bis zu 30 Wochenstunden erwerbstätig sein und reichen in dem Fall eine Gewinnermittlung für den konkreten Elterngeldbezugszeitraum ein. Insbesondere, wenn Sie Ihren Gewinn nach den Grundsätzen des § 4 Abs. 3 Einkommensteuergesetzes ermitteln (sog. Einnahmen-Überschuss-Rechnung) können Sie durch Beeinflussung des Zuflusses von Betriebseinnahmen auf Ihr Betriebsergebnis während des Elterngeldbezuges positiv Einfluss nehmen.

Beispiel Selbständigkeit und Lücke im Bezugszeitraum:

Die Mutter ist selbständig und bezieht Basiselterngeld für die Lebensmonate 1-6 und 8-13. Sie arbeitet in den Lebensmonaten 1-6 mit ca. 10 Wochenstunden, rechnet ihre Arbeit jedoch zum Ende des Lebensmonats 6 ab. Der Zufluss der Einnahmen auf ihr Geschäftskonto erfolgt im Lebensmonat 7 (sog. Lückengestaltung). In den Lebensmonate 8-13 arbeitet sie etwa 20 Wochenstunden und rechnet zum Ende des 13. Lebensmonats ab. Der Zufluss der Einnahmen erfolgt im Lebensmonat 14, also auch außerhalb des Bezugszeitraumes.

Nun reicht sie Gewinnermittlungen für die Lebensmonate 1-6, sowie 8-13 ein, aus denen ein steuerlicher Verlust erkennbar ist, weil die Betriebsausgaben die Einnahmen übersteigen. Somit konnte Sie in Teilzeit erwerbstätig sein, ihr ungekürztes Elterngeld beziehen und sogar Gewinne erzielen.

Die Regelungen zum Elterngeld können sehr kompliziert sein. Lassen Sie sich professionell beraten. Hier gelangen Sie zu unserer Elterngeldberatung.

Arbeiten während des Elterngeldbezuges

Hartnäckig halten sich Gerüchte über die Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit während des Elterngeldbezuges. Falsche Aussagen, wie “während Basiselterngeld dürfe man nicht arbeiten” oder “während ElterngeldPlus muss man zwingend arbeiten” hören wir immer wieder. Dabei sind die Regelungen für Basiselterngeld und ElterngeldPlus eindeutig:

1) Maximal 30 Wochenstunden

Die 30-Wochenstundengrenze gilt für alle Elterngeldbezugsarten, also für Basiselterngeld wie für ElterngeldPlus gleichermaßen. Dabei sind die Wochenstunden als Durchschnittswert im Lebensmonat zu betrachten. Es ist dadurch problemfrei möglich, in einer Woche auch mal 40 Stunden zu arbeiten, wenn an anderer Stelle wiederum weniger Stunden geleistet werden.

Ausnahme:
Von der Grenze befreit sind übrigens Erwerbstätigkeiten zur Beschäftigung während einer Berufsbildung (Ausbildung, Studium, etc.) und bei Tagespflegepersonen, die nicht mehr als fünf Kinder in Tagespflege betreuen.

Wie prüft die Elterngeldstelle die Arbeitszeit bei Angestellten?

Für die Prüfung, ob die Arbeitszeit-Grenze eingehalten wird, werden von den Elterngeldstellen die zu berücksichtigenden Arbeitsstunden von Amts wegen ermittelt. Maßgeblich sind die tatsächlich gearbeiteten Stunden. Überstunden sind genauso zu berücksichtigen wie eventuelle Unterstunden. Zum anderen sind Zeiten zu berücksichtigen, in denen Erwerbseinkommen ohne Arbeitsleistung bezogen wird, insbesondere Urlaubstage, gesetzliche Feiertage, Zeiten eines Beschäftigungsverbots außerhalb der Schutzfristen vor oder nach der Entbindung und Krankentage mit Lohnfortzahlung.

Ebenfalls zu berücksichtigen sind Zeiten der Freistellung zur Pflege eines kranken Kindes. Hier gilt als Arbeitszeit die auf diese Zeiten entfallende vertraglich vereinbarte Arbeitszeit. Bei einer Fünf-Tage-Woche mit 30 Wochenstunden wären das z.B. pro Urlaubstag 6 Stunden.

Im Falle der Inanspruchnahme von Resturlaub aus Vollzeit während einer Teilzeittätigkeit ist pro Urlaubstag die während der Teilzeit geltende Sollarbeitszeit zugrunde zu legen. Zeiten der Ausübung einer Tätigkeit, die gem. Arbeitszeitgesetz nicht als Arbeitszeit gelten (z.B. Zeiten einer Rufbereitschaft), werden nicht als Arbeitsstunden berücksichtigt.

Arbeitet eine Person in keiner Woche mehr als 30 Stunden, ist die zulässige Wochenarbeitszeit eingehalten. Wenn dies nicht eindeutig vorliegt, wenden die Elterngeldstellen in der Regel 2 Methoden an, mit denen man prüfen kann, ob die Arbeitszeit eingehalten wurde:

1. Die monatsweise Berechnung nach Kalendertagen, da es genügt, wenn die wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt des Monats 30 Stunden nicht übersteigt:

Hierbei werden alle im Bezugsmonat zu berücksichtigenden Arbeitsstunden (Monatsarbeitsstunden) addiert. Die so ermittelte Summe wird der zulässigen Arbeitszeit in dem Bezugsmonat gegenübergestellt, die zulässige Arbeitszeit darf nicht überschritten sein:

Bei 28 Tagen im Lebensmonat beträgt die zulässige Arbeitszeit 120 Stunden, bei 29 Tagen 125 Stunden, bei 30 Tagen 129 Stunden und bei 31 Tagen 133 Stunden.

2. Für den Fall überproportional vieler Arbeitstage in einem Bezugsmonat, eine monatsweise Berechnung nach Arbeitstagen.

Arbeitet eine Person in einem Beschäftigungsverhältnis beispielsweise aufgrund einer Arbeitszeitverordnung, Tarifvertrages oder Arbeitsvertrages an bestimmten Wochentagen nie (etwa im Rahmen einer Fünf-Tage- Woche nie an Samstagen und Sonntagen), prüft die Elterngeldstelle, ob die Person an den vereinbarten Arbeitstagen durchschnittlich nicht mehr gearbeitet hat, als wöchentlich zulässig ist.

Übersteigt die geleistete monatliche Arbeitszeit in einem Bezugsmonat die nach kalendertäglicher Berechnung maximal zulässige Gesamtstundenzahl, kann dies darin begründet liegen, dass im betreffenden Lebensmonat (zufällig) überproportional viele der vereinbarten Arbeitstage anfallen. In solchen Fällen wird geprüft, ob die maximal zulässige Arbeitszeit im Durchschnitt der Arbeitszeit des betreffenden Monats eingehalten wurde.

Anhand der Teilzeitvereinbarung (Arbeitgeberbescheinigung) wird überprüft, an wie vielen und welchen Tagen in der Woche gearbeitet wird. Dann wird die durchschnittlich maximal zulässige arbeitstägliche Stundenzahl des Elternteils ermittelt, indem die zulässige durchschnittliche Gesamtstundenzahl pro Woche (30) durch die Zahl der vereinbarten Arbeitstage (im Beispiel durch fünf) geteilt wird. Sodann wird das Ergebnis mit der Zahl der im konkreten Lebensmonat anfallenden, laut Teilzeitvereinbarung verbindlich festgelegten, Arbeitstage multipliziert.

Beispiel:
Bei einer Fünf-Tage-Woche ergibt sich eine durchschnittliche maximal zulässige arbeitstägliche Stundenzahl von 6 Stunden (30 Wochenstunden geteilt durch 5 Arbeitstage). Diese ist mit der Zahl der in den Bezugsmonat fallenden vereinbarten Arbeitstage zu multiplizieren.

Bei einer Fünf-Tage-Woche ergibt sich bei 22 Arbeitstagen eine zulässige Arbeitszeit von 132 Stunden und bei 23 Arbeitstagen von 138 Stunden.

Bei einer Drei-Tage-Woche ergibt sich eine durchschnittliche maximal zulässige arbeitstägliche Stundenzahl von 10 Stunden (30 Wochenstunden geteilt durch 3 Arbeitstage). Diese ist mit der Zahl der in den Bezugsmonat fallenden vereinbarten Arbeitstage zu multiplizieren.

Bei einer Drei-Tage-Woche ergibt sich bei 14 Arbeitstagen eine zulässige Arbeitszeit von 140 Stunden und bei 15 Arbeitstagen von 150 Stunden.

Die Dauer der Beschäftigung und die wöchentliche Arbeitszeit sind durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers nachzuweisen.

Fazit
Die Arbeitszeitgrenze wird in aller Regel durch formlose Bescheinigung des Arbeitgebers nachgewiesen. Erst, wenn es begründete Zweifel an der tatsächlichen Umsetzung gibt (zum Beispiel höheres Gehalt als vereinbart, Indiz für längere Beschäftigung) fordert die Elterngeldstelle weitere Nachweise zur tatsächlich geleisteten Arbeitszeit an (zum Beispiel Kopie des Stundenkontos).

Hinweis:
Für viele Berufsgruppen gelten vom klassischen Modell der Arbeitsstunden abweichende Regelungen zur Bemessung von Arbeitszeit bzw. -umfang. Je nach Tätigkeit wird in Pflichtstunden, Flugstunden, Höchstbelastungsgrenzen oder auch nach Pensen (Fallzahlen) gerechnet.

Die im Einzelfall getroffenen Regelungen folgen jeweils den Bedürfnissen des Berufsfeldes und können sich etwa aus Dienstvereinbarungen, Tarifverträgen, aus EU-Recht oder auch landesrechtlichen Regelungen ergeben.

Ergibt sich im Rahmen der Prüfung des Elterngeldantrags, dass eine besondere Arbeitszeitregelung vorliegen könnte, wird die zulässige Höchststundenzahl durch lineare Umrechnung geprüft. Im Verhältnis zu einer Vollzeitarbeitszeit von 40 Stunden entsprechen 30 Stunden einem Erwerbsumfang von 75 %, 25 Stunden (bspw. im Partnerschaftsbonus) einem Erwerbsumfang von 62,5 Prozent.

Beispiel:
Der Vater ist Lehrer mit einer Pflichtstundenzahl von 27 Stunden: Bei einer grundsätzlichen Pflichtstundenzahl von 27 Wochenstunden für Lehrer entsprechen einem Erwerbsumfang von 30 Arbeitsstunden 20,25 Pflichtstunden (27 * 0,75). Einem Erwerbsumfang von 25 Arbeitsstunden entsprechen 16,875 Stunden.

Wie prüft die Elterngeldstelle die Arbeitszeit bei Selbständigen?

Für Selbstständige ist ebenfalls nur eine Erwerbstätigkeit bis zu 30 Stunden wöchentlich zulässig. Arbeit im eigenen Haushalt zählt hierzu nicht. Die Antragsteller haben zu erklären, dass sie diese Grenze nicht überschreiten und dies glaubhaft zu machen. Dazu müssen sie erklären, welchen Umfang ihre Arbeitszeit in der Regel bisher hatte und welche Vorkehrungen im Unternehmen getroffen wurden, um die Reduzierung ihrer Tätigkeit aufzufangen (z.B. Einstellung einer Ersatzkraft, Übernahme von Aufgaben durch vorhandene Mitarbeiter, Reduzierung der durchgeführten Aufträge zugunsten der Kinderbetreuung, etc.).

Fazit:
Solange Selbständige ihre Arbeitszeit plausibel glaubhaft machen, haben Elterngeldstellen in der Mehrheit der Fälle keine Probleme dem Antrag zu folgen. Ein Arbeitszeitkonto oder Ähnliches ist also nicht extra zu führen.

2) anrechenbares Einkommen

Bei der Frage, welche Einkünfte beim Elterngeld angerechnet werden unterscheidet man zunächst nach der Einkunftsart (Angestellt oder Gewinneinkünfte). Welche Einkünfte elterngeldrelevant sind, wird hier dargestellt:

Angestellt (auch Mini- und Midijob)

  • laufend und pauschal versteuerter Arbeitslohn
Dies sind laut Lohnsteuerrichtlinien:

Laufender Arbeitslohn ist der Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer regelmäßig fortlaufend zufließt, insbesondere:
  • Monatsgehälter,
  • Wochen- und Tagelöhne,
  • Mehrarbeitsvergütungen,
  • Zuschläge und Zulagen,
  • geldwerte Vorteile aus der ständigen Überlassung von Dienstwagen zur privaten Nutzung,
  • Nachzahlungen und Vorauszahlungen, wenn sich diese ausschließlich auf Lohnzahlungszeiträume beziehen, die im Kalenderjahr der Zahlung enden,
  • Arbeitslohn für Lohnzahlungszeiträume des abgelaufenen Kalenderjahres, der innerhalb der ersten drei Wochen des nachfolgenden Kalenderjahres zufließt.
Selbständig

  • anrechenbar ist der steuerpflichtige Gewinn, also der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben.
Betriebseinnahmen sind sämtliche betriebliche Einnahmen, die betrieblich veranlasst sind, dazu zählen Einnahmen aus Haupt-, Hilfs- und Nebengeschäften, insbesondere:
  • laufende Umsatzerlöse
  • vereinnahmte Umsatzsteuer
  • Einnahmen durch den Verkauf von Anlagevermögen
  • Unentgeltliche Wertabgaben
  • und viele mehr

3) nicht anrechenbares Einkommen - Tipp

Es gibt Möglichkeiten während des Elterngeldbezuges Einkünfte zu erzielen, die das Elterngeld nicht mindern. Jeder sollte zumindest prüfen, ob er die Möglichkeit hat, von diesem Gestaltungspotential gebrauch zu machen.

Grundsätzlich gilt das Prinzip, was beim vorgeburtlichen Zeitraum das Elterngeld nicht erhöhte, darf es im Bezugszeitraum auch nicht mindern.

Insbesondere Angestellte profitieren

Steuerfreie Lohnbestandteile können genauso wie Sonstige/Einmalbezüge ohne Auswirkung auf das Elterngeld parallel zum Elterngeld bezogen werden.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien sind sonstige Bezüge der Arbeitslohn, der nicht als laufender Arbeitslohn gezahlt wird. Zu den sonstigen Bezügen gehören insbesondere einmalige Arbeitslohnzahlungen, die neben dem laufenden Arbeitslohn gezahlt werden, z. B. :

  • dreizehnte und vierzehnte Monatsgehälter,
  • einmalige Abfindungen und Entschädigungen,
  • Gratifikationen und Tantiemen, die nicht fortlaufend gezahlt werden,
  • Jubiläumszuwendungen,
  • Urlaubsgelder, die nicht fortlaufend gezahlt werden, und Entschädigungen zur Abgeltung nicht genommenen Urlaubs,
  • Vergütungen für Erfindungen,
  • Weihnachtszuwendungen,
  • Nachzahlungen und Vorauszahlungen, wenn sich der Gesamtbetrag oder ein Teilbetrag der Nachzahlung oder Vorauszahlung auf Lohnzahlungszeiträume bezieht, die in einem anderen Jahr als dem der Zahlung enden, oder, wenn Arbeitslohn für Lohnzahlungszeiträume des abgelaufenen Kalenderjahres später als drei Wochen nach Ablauf dieses Jahres zufließt,
  • Ausgleichszahlungen für die in der Arbeitsphase erbrachten Vorleistungen aufgrund eines Altersteilzeitverhältnisses im Blockmodell, das vor Ablauf der vereinbarten Zeit beendet wird,
  • Zahlungen innerhalb eines Kalenderjahres als viertel- oder halbjährliche Teilbeträge.

Tipp:
Versuchen Sie Ihre Möglichkeiten mit dem Arbeitgeber auszuhandeln. Im besten Falle vereinbaren Sie ein Grundgehalt in Höhe des optimalen ElterngeldPlus-Bruttos. Das “optimale” ElterngeldPlus-Brutto] und den Rest lassen Sie sich in nicht anrechenbaren Lohnarten auszahlen (bspw. in Form von Prämien).

Einkunftsarten, die nicht relevant sind

Einkünfte aus der privaten Vermögensverwaltung (bspw. aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalvermögen) bleiben beim Elterngeld außer Betracht, genauso wie Sonstige Einkünfte (bspw. private Veräußerungsgeschäfte).

Das heißt, Sie können Ihre Vermietungseinkünfte, Ihre Zinsen oder auch Ihre offenen Gewinnausschüttungen aus Kapitalgesellschaften ohne Anrechnung parallel zum Elterngeld erhalten.

Vorsicht bei Renten oder anderen (Entgeltersetzenden) Leistungen

Obwohl Renten und dergleichen einkommensteuerrechtlich zu den Sonstigen Einkünften (§ 22 Einkommensteuergesetz) zählen und damit grundsätzlich nicht elterngeldrelevant sind, ist hier Vorsicht geboten.

Da Elterngeld eine Entgeltersatzleistung darstellt, kann es nicht parallel zu anderen Entgeltersatzleistungen parallel bezogen werden. Das gilt insbesondere für Mutterschaftsgeldleistungen, Unfallversicherungsleistungen, etc. Bei Renten muss man also genau prüfen, um welche Form der Rente es sich handelt, das heißt, ob die Rente einen entgeltersetzenden Charakter hat oder nicht.

Zuverdienst bei Basiselterngeld

Ein Zuverdienst während eines Basiselterngeldbezug lohnt sich in aller Regel nicht, denn es gibt hier theoretisch keinen anrechenfreien Betrag (bis auf ca. 105€ Brutto bei Angestellten). Das bedeutet, dass der Wert Ihres Zuverdienstes stark abnimmt, wodurch sich der Aufwand, das Einkommen zu generieren, in aller Regel nicht lohnt.

Beispiel Zuverdienst Basiselterngeld

Am einfachsten lässt sich das an einem Beispiel verdeutlichen:

Elterngeld Zuverdienstrechner - Berechnen Sie Ihren Zuverdienst

Im Beispiel beträgt das Basiselterngeld der Mutter 1.784,15 EUR. Sie überlegt nun, ab Lebensmonat 7 einen 450 EUR-Job auszuüben. Wenn Sie währenddessen weiterhin Basiselterngeld bezieht, bekommt sie “nur” noch 1.580,92 EUR pro Lebensmonat. Das sind 203,20 EUR weniger, allein wegen eines 450 EUR-Jobs.

Der Zuverdienst von 450 EUR pro Monat ist also “nur” 246,80 EUR wert.

Die Mutter sollte überlegen, ob sie ab Lebensmonat 7 ElterngeldPlus bezieht, dann kürzt sich Ihr Elterngeld auch nicht. Hier ist nur der Nachteil, dass der Elterngeldbezug bis Lebensmonat 18 andauert, aber vielleicht passt das ja bei ihr sehr gut.

Ob sich ein Zuverdienst während Basiselterngeld lohnt, muss man immer im Einzelfall prüfen. Es gibt auch Situationen, in denen wir das Basiselterngeld trotz Kürzung empfehlen (siehe zum Beispiel hier: Elterngeld und Dienstwagen).

Zuverdienst bei ElterngeldPlus

Beim ElterngeldPlus wird der Zuverdienst gleich interessanter. Diese Bezugsart wurde 2015 vom Gesetzgeber geschaffen, damit sich der Zuverdienst während des Elterngeldbezuges lohnt, denn bis dahin galt unabhängig vom Zeitpunkt des Zuverdienstes die Anrechnungsdynamiken wie beim Basiselterngeld.

Aber Vorsicht: ElterngeldPlus hat auch Nachteile, zum Beispiel, dass sich dadurch der Elterngeldbezug sehr viel länger hinauszögert (und man damit “unfreier” ist, wieder Vollzeit zu arbeiten oder ohne “Sorgen” Einkünfte generieren kann) und es auf das hälftige Basiselterngeld beschränkt ist. Dadurch wird es vielen Eltern finanziell zu lange “zu knapp”, hier könnte der Gesetzgeber ansetzen, indem er das ElterngeldPlus ganz simpel erhöht (Zuverdienstbonus o.ä.).

Beispiel Zuverdienst ElterngeldPlus

Elterngeld Zuverdienstrechner Elterngeld Plus - Berechnen Sie Ihren Zuverdienst

Wir nehmen das Gleiche Beispiel wie beim Basiselterngeld. Der 450 EUR-Job während des ElterngeldPlus-Bezuges hat keine Elterngeldkürzung zur Folge. Die Mutter kann also während der Lebensmonate 7-18 die 450 EUR verdienen und dennoch die 892,08 EUR ElterngeldPlus (hälftiges Basiselterngeld) beziehen.

ElterngeldPlus lohnt sich insbesondere für diejenigen Eltern, die
  • bereits vor dem 12. Lebensmonat dazuverdienen (möchten),
  • ein hohes zusammenveranlagtes steuerpflichtiges Einkommen haben oder
  • möglichst lang in Elternzeit sein möchten und dabei monatlich Elterngeld beziehen möchten.

Das “optimale” ElterngeldPlus-Brutto

Bis zu einem bestimmten Wert kann man während eines ElterngeldPlus-Bezuges anrechenfrei hinzuverdienen. Unbegrenzt kann man dies jedoch nicht, es gibt eine Grenze, ab der auch das ElterngeldPlus gekürzt wird.

Diese Grenze nennen wir das “optimale ElterngeldPlus-Brutto”. Es ist im Grunde der Brutto-Zuverdienst, den man während ElterngeldPlus hinzuverdienen kann, ohne dass sich das Elterngeld deshalb verändert.

“Wer die Möglichkeit hat, sein “optimales ElterngeldPlus-Brutto” auszunutzen, sollte davon gebrauch machen.”

Vereinfacht gesagt, kann man sein hälftiges vorgeburtliches Elterngeldnetto während ElterngeldPlus (in netto) dazuverdienen. Es ist jedoch nahezu unmöglich in der Elterngeldplanung und der Internetrecherche diesen Wert konkret für sich zu ermitteln, da die Elterngeld-Zuverdienstberechnung sehr komplex ist.

In unserer eigens entwickelten Elterngeldsoftware haben wir einen Zuverdienstrechner entwickelt, der konkret für Ihre SItuation Ihr “optimales ElterngeldPlus-Brutto” ausrechnet. Und das in Sekundenschnelle.

Elterngeld Zuverdienstrechner optimaler Zuverdienst - Berechnen Sie Ihren optimalen Zuverdienst

In unserem Beispiel kann die Mutter bis zu 1.833 EUR Brutto hinzuverdienen, ohne dass ihr ElterngeldPlus von 892 EUR gekürzt wird. Wenn sie jedoch 4.000 EUR im Lebensmonat hinzuverdienen würde, kürzt sich ihr Elterngeld auf 150 EUR (Mindestbetrag beim ElterngeldPlus):

Elterngeld Zuverdienstrechner mindestbetrag - Berechnen Sie die Auswirkungen beim Zuverdienst

Unser Zuverdienstrechner lohnt sich für diejenigen, die überlegen, während des Elterngeldbezuges noch etwas hinzuzuverdienen und für die, die den Partnerschaftsbonus beantragen möchten.

Zuverdienst nachträglich melden

Sie sind sich noch nicht sicher, ob und wann Sie eine Teilzeiterwerbstätigkeit aufnehmen möchten?

Wir empfehlen Ihnen, das Elterngeld zunächst ohne Teilzeittätigkeit zu beantragen, denn Sie können die Aufnahme einer Tätigkeit ohne Probleme später mitteilen, jedoch sollten Sie dies unbedingt rechtzeitig vor Aufnahme der Tätigkeit der Elterngeldstelle mitteilen.

In diesem Fall sollten Sie erstmal so viele Basiselterngeldmonate wie möglich beantragen. Ggf. wandeln Sie diese später in ElterngeldPlus-Monate um (das geht nur für Lebensmonate, die zum Zeitpunkt der Änderung noch in der Zukunft liegen).

Wenn Sie dann später wissen, ab wann SIe die Teilzeit starten möchten, teilen Sie am besten gleich den Wochenstundenumfang und den voraussichtlichen Verdienst mit. Diese müssen in der Regel vom Arbeitgeber bescheinigt werden, bzw. bei Selbständigen glaubhaft gemacht/prognostiziert werden.

Eine Teilzeittätigkeit erst nachträglich oder gar nicht anzuzeigen, stellt mindestens eine Ordnungswidrigkeit dar. Wir raten davon ab.

Tipps und Hinweise

Elterngeld und ein paralleler Zuverdienst kann stellenweise sehr kompliziert sein. Hier geben wir Ihnen ein paar Tipps für Spezialfälle:

Dienstwagen und andere geldwerte Vorteile

Geldwerte Vorteile werden als in aller Regel als laufender steuerpflichtiger Arbeitslohn in der Gehaltsmitteilung versteuert. Dadurch sind geldwerte Vorteile elterngeldmindernd im Bezugszeitraum zu berücksichtigen.

Wenn Sie also während des Elterngeldbezuges den Dienstwagen weiterhin nutzen dürfen, wird Ihr Elterngeld anteilig gekürzt werden. Wenn der Arbeitgeber die laufenden Kosten (Benzin, Reparaturen, waschen, Inspektion, etc.) vollständig zahlt, kann es passieren, dass die Elterngeldkürzung angesichts dieser Ersparnisse wieder ausgeglichen wird.

Prüfen Sie also genau, bspw. mit Hilfe unseres Zuverdienstrechners in der Elterngeldsoftware, wie hoch die konkrete Elterngeldkürzung in diesem Fall ist, damit Sie abschätzen können, ob angesichts der weiterlaufenden Arbeitgeberleistungen der “Verlust” beim Elterngeld wieder ausgeglichen wird.

Falls die Differenz, bspw. aufgrund eines sehr hohen Bruttolistenpreises nicht im verhältnis steht, sollten Sie abwägen ElterngeldPlus zu beantragen oder den Dienstwagen für die Zeit der Elternzeit offiziell abzugeben. Letzteres wird durch Arbeitgeberbescheinigung nachgewiesen.

Photovoltaikanlage

Einkünfte, die wegen einer Photovoltaikanlage generiert werden, sind in aller Regel Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Der Gewinn (Überschuss der Einnahmen über den Betriebsausgaben) mindert anteilig das Elterngeld.

Versuchen Sie die Zahlungen der Energieversorger möglichst so zu legen, dass Sie die Einnahmen außerhalb des Elterngeldbezugszeitraumes erhalten. Wenn Sie bspw. monatliche Abschläge erhalten, ist diese Variante schwieriger, als wenn Sie nur einmal jährlich die Abrechnung erhalten. Wenn Sie das genaue Datum der jährlichen Abrechnung kennen, können Sie in diesem entsprechenden Lebensmonat einfach eine “Lücke” im Elterngeldbezug einplanen und die Photovoltaikanlage würde sich nicht mehr elterngeldmindernd auswirken.

Nichtsdestotrotz haben Sie auch in dieser Variante Einkünfte im Bezugszeitraum ohne selbst aktiv erwerbstätig zu sein. Diese Einkünfte und der entsprechende Gewinn (wäre ja in diesem Fall ein Verlust) müssen bei der Abgabe des Elterngeldantrages angegeben werden.

Eine gute Planung und Rücksprachen mit dem Energieversorger, die rechtzeitig vor der Geburt stattfinden sollten, ist hier besonders wichtig.

Mitunternehmer an Personengesellschaften (GbR, oHG, KG, etc.)

Die besonderen ertragsteuerlichen Gegebenheiten bei Personengesellschaften hat das Elterngeldrecht in der Vergangenheit regelmäßig herausgefordert.

Aufgrund des sog. Transparenzprinzips gilt der Gewinn bei dem Gesellschafter als zugeflossen, den die Gesellschaft im entsprechenden Zeitraum erwirtschaftet hat, zu seinem Anteil. Das hatte zur Folge, dass es Eltern gab, die nicht erwerbstätig waren, aber dennoch Erwerbseinkünfte generierten und dadurch oft nur Mindestbetragsberechtigt waren.

Die Elterngeldstelle wandte deshalb eine Pauschalierung an, indem es den Jahresgewinnanteil des Gesellschafters anteilig im Bezugszeitraum gegen den Elterngeldanspruch setzte. Das führte zu erheblichen Ungerechtigkeiten, weshalb eine betroffene Steuerberaterin im Dezember 2018 erfolgreich vor dem Bundessozialgericht dagegen klagte (Aktenzeichen: BSG Urteil vom 13.12.2018 - B 10 EG 5/17 R).

Demzufolge können Mitunternehmer an Personengesellschaften nun während des Elterngeldbezugszeitraumes Ihren Gewinnateil auf 0% reduzieren (formloser Gesellschafterbeschluss ist dazu ausreichend), wodurch Sie ungekürztes Elterngeld erhalten können. Einzige weitere Voraussetzung ist, dass sie im Bezugszeitraum keine Entnahmen aus der Personengesellschaft nehmen.

Tipp:
Mitunternehmer an Personengesellschaften sollten unbedingt vor dem Bezugszeitraum Ihren Elterngeldbezug genau planen und mit den Mitgesellschaftern absprechen. Ansonsten ist der reguläre Elterngeldanspruch stark gefährdet. Lassen Sie sich beraten.

Gesellschafter-Geschäftsführer

Eine weitere Besonderheit im Elterngeldrecht stellen Gesellschafter-Geschäftsführer an Kapitalgesellschaften dar. Insbesondere, wenn sie eine Einzelvertretungsbefugnis haben, stehen sie vor einem enormen Gestaltungspotential, wenn es zum Elterngeldbezug kommt.

Unsere grundsätzliche Empfehlung lautet hier wahrscheinlich ein laufendes Bruttoeinkommen am “optimalen ElterngeldPlus-Brutto” anzusetzen, und die Möglichkeiten der Sonstigen/Einmalbezüge weitestgehend auszuschöpfen.

Alternativ kann man auch über Rufbereitschaften für die Kapitalgesellschaft, welche mit Prämien einmalig vergütet werden, einen Basiselterngeldbezug sehr gut optimieren.

Auch hier gilt: Lassen Sie sich beraten, damit Sie Ihr Elterngeld optimal beantragen.

Von Anfang an Mindestbetrag

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern Ihren Zuverdienst im Bezugszeitraum nicht gestalten können und unweigerlich auf den Mindestbetrag fallen. Besonders betroffen sind Versicherungsvermittler, die monatlich Provisionen aus ihren Vermittlungsaufträgen erhalten und Einzelhändler mit Ladengeschäft oder Onlineshop, die die täglich Umsatzerlöse erzielen. Oft haben diese Personen Gruppe wenige bis keine Möglichkeiten, buchhalterische Verluste im Bezugszeitraum zu generieren. In diesen Fällen sollten Sie, um von vornherein Bürokratieaufwand zu sparen, gleich den Mindestbetrag beantragen.

Tipp:
Sprechen Sie jedoch vorher unbedingt mit Ihrem Steuerberater, um wirklich alle Möglichkeiten auszuloten. Vielleicht erkennt er Potential, welches Sie nutzen können.

Hinweis:
Der erwerbseinkommensunabhängige Mindestbetrag stellt keine Entgeltersatzleistung, sondern eine Sozialleistung dar. Das bedeutet, dass keinerlei Einkommensnachweise, weder für den Bemessungs- noch für den Bezugszeitraum vorgelegt werden müssen. Die einzigen Voraussetzungen, die hier nachgewiesen werden müssen, sind, dass

  • Sie Ihren Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben
  • Sie mit dem Kind während des Elterngeldbezuges im selben Haushalt wohnen
  • Sie nicht mehr als 30 Wochenstunden im Bezugszeitraum arbeiten und
  • Sie im Kalenderjahr vor der Geburt, nicht die Einkommensgrenze (500.000€ zu versteuerndes Einkommen bei Paargemeinschaften) überschritten haben

Wir haben leider öfter Elterngeldstellen erlebt, die dennoch weitergehende Nachweise zum Einkommen verlangt haben. Wir empfehlen, diesen Anforderungen nicht nachzukommen. Auch sind die „Erklärungen zum Einkommen“ der Eltenrgeldanträge in diesen Fällen nicht detailliert auszufüllen.

FAQ: Elterngeld und Zuverdienst

Wie viel kann ich beim Elterngeld dazuverdienen?

Eine pauschale Antwort ist hier leider nicht möglich. Es gibt anrechenfreies und anrechenbares Einkommen. Daneben kann man während ElterngeldPlus in etwa sein hälftiges vorgeburtliches Nettoeinkommen anrechenfrei hinzuverdienen.

Wird ein 450 EUR-Job auf das Elterngeld angerechnet?

Ja, es sei denn, Sie verdienen ausschließlich steuerfreie Lohnarten. Während Basiselterngeld lohnt sich ein Minijob in aller Regel kaum, bei ElterngeldPlus hingegen schon viel eher.

Wie viel darf ich bei Elterngeld Plus dazuverdienen?

Man kann etwa das hälftige vorgeburtliche Nettoeinkommen anrechenfrei während ElterngeldPlus hinzuverdienen, jedoch ist die Berechnung sehr komplex. Bitte nutzen Sie einen Zuverdienstrechner, um Ihr “optimales Bruttoeinkommen” zu berechnen.

Zu kompliziert? - Unser Tipp

Die Elterngeldregelungen können kompliziert sein. Machen Sie es sich einfach und nutzen Sie wie viele andere Eltern unsere Serviceangebote, um Ihr Elterngeld bestmöglich zu beantragen. Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten Ihren Elterngeldantrag so einfach und unkompliziert wie möglich zu erstellen:

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