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Elterngeld beim zweiten Kind

06.05.2019

Es ist sicherlich eine der häufigsten Fragen im Kontext Elterngeld: "Wie viel Elterngeld steht mir beim zweiten Kind zur Verfügung?". Leider gibt es auf diese Frage keine einfache oder pauschale Antwort, es kommt nämlich drauf an - auf Ihre individuelle Situation.

Zunächst sei erwähnt, dass die Elterngeldberechnung immer nach dem gleichen Prinzip erfolgt, egal, wie viele Kinder man schon hat. Hier also ein Überblick wie das Elterngeld zustande kommt:

1) Ermittlung des originären 12-Monats-Vergleichszeitraumes vor Geburt

Grundsätzlich wird als Vergleichszeitraum die 12 Kalendermonate vor Geburt herangezogen. Wenn man aber im Zeitraum seit 1.1. des Jahres vor der Geburt des Kindes selbständig war (es reicht sogar nur ein Tag!) gilt abweichend davon, der Zeitraum Januar bis Dezember des Vorjahres der Geburt.

2) Prüfung von Ausklammerungs- und Verschiebetatbeständen

a) Ausschließlich angestellt

Wenn Sie im originären 12-Monatszeitraum ausschließlich angestellt waren, wird geprüft, ob sich Ihr Zeitraum verschiebt oder aufteilt. Gründe für eine Verschiebung/Aufteilung können sein: Mutterschaftsgeldbezug (auch um die Geburt von älteren Geschwisterkindern), Elterngeldbezug von älteren Geschwisterkindern, jedoch nur bis zu deren 14. Lebensmonat oder ein Erwerbsverlust aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung in diesem Zeitraum.

An einem Beispiel lässt sich dies wie folgt verdeutlichen:

Geburtsdatum Kind 1: 23.02.2017
Mutterschaftsgeldbezug vom 19.01.2017 bis 17.04.2017
Elterngeldbezug bis 22.06.2018 (9 Monate Basiselterngeld und 6 Monate ElterngeldPlus)

Geburtsdatum Kind 2: 23.05.2019
Mutterschaftsgeldbezug vom 19.04.2019 bis 15.07.2019

Der originäre Vergleichszeitraum wäre der 12-Monatszeitraum vor Geburt von K2. Das heißt Mai 2018 bis April 2019. Nun liegen aber sog. Ausklammerungs- und Verschiebetatbestände wie folgt vor:

Mutterschaftsgeldbezug Januar bis April 2017 und April 2019
Elterngeldbezug älteres Geschwisterkind Mai 2017 bis April 2018

Der Vergleichszeitraum für Kind 2 teilt sich also auf und umfasst nun zwei Abschnitte:

Abschnitt 1 Dezember 2016
Abschnitt 2 Mai 2018 bis März 2019

Die Einkünfte aus diesem Zeitraum werden für die Elterngeldberechnung von Kind 2 herangezogen. Ungünstigerweise werden auch hier die zwei Monate Mai und Juni 2018, in denen noch ElterngeldPlus von Kind 1 bezogen wurde, nicht ausgeklammert, weshalb hier das Elterngeld von Kind 2 evtl. geringer ausfallen wird, weil das Elterngeld von Kind 2 nicht aus Elterngeld von Kind 1 „entstehen kann“.

Seit Januar 2018 kann man auf Ausklammerungstatbestände übrigens nicht mehr verzichten, weshalb eine Günstigerprüfung hier nicht mehr möglich ist.

Wie Sie sehen, ist die Elterngeldberechnung bei weiteren Kindern sehr stark von Ihrer individuellen Situation abhängig. Nutzen Sie deshalb noch heute unseren kostenfreien Elterngeldrechner, der Ihnen schnell und einfach Ihren Vergleichszeitraum anzeigt. Damit können Sie leicht und überschaubar Ihren Elterngeldbezug planen:

www.einfach-elterngeld.de/rechner

b) (teiliweise) Selbständig

Bei Selbständigen ist es mit den Verschiebetatbeständen etwas einfacher, weil immer auf volle Kalenderjahre abgestellt wird. Die Tatbestände sind hierbei die gleichen wie bei den Angestellten.

Nehmen wir also unser Beispiel aus 2a):

Geburtsdatum Kind 1: 23.02.2017
Mutterschaftsgeldbezug vom 19.01.2017 bis 17.04.2017
Elterngeldbezug bis 22.06.2018 (9 Monate Basiselterngeld und 6 Monate ElterngeldPlus)

Geburtsdatum Kind 2: 23.05.2019
Mutterschaftsgeldbezug vom 19.04.2019 bis 15.07.2019

Der originäre Vergleichszeitraum wäre also das letzte Kalenderjahr vor Geburt von Kind 2. Das heißt Januar 2018 bis Dezember 2018. Nun liegen aber sog. Ausklammerungs- und Verschiebetatbestände wie folgt vor:

Mutterschaftsgeldbezug Januar bis April 2017 und April 2019
Elterngeldbezug älteres Geschwisterkind Mai 2017 bis April 2018

Selbständige können im Rahmen einer Günstigerprüfung wählen, welcher Vergleichszeitraum für sie am günstigsten ist:

Option 1: Januar 2016 bis Dezember 2016
Option 2: Januar 2017 bis Dezember 2017
Option 3: Januar 2018 bis Dezember 2018

Sie prüfen also, welcher Jahresgewinn am höchsten und natürlich welche Sozialversicherungsabzugsmerkmale im Gesamten gesehen das höchste Elterngeld ergeben und beantragen die Berücksichtigung dieses Vergleichszeitraumes im Rahmen Ihres Elterngeldantrages.

Kleiner Tipp: Wer nach der Geburt eines Kindes eine (kleine) Selbständigkeit beginnt, gilt dann beim nächsten Kind als Selbständig, weshalb in diesen Konstellationen die Elterngeldhöhe oft dem Elterngeld vom Geschwisterkind entspricht, besonders, wenn die Kinder „zeitnah“ hintereinander geboren wurden.

Wie Sie sehen, ist die Elterngeldberechnung bei weiteren Kindern sehr stark von Ihrer individuellen Situation abhängig. Nutzen Sie deshalb noch heute unseren kostenfreien Elterngeldrechner, der Ihnen schnell und einfach Ihren Vergleichszeitraum anzeigt. Damit können Sie leicht und überschaubar Ihren Elterngeldbezug planen:

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Und das Beste: Nutzen Sie im Rahmen unserer Elterngeldsoftware das einzigarte Feature „Günstigerprüfung“ und lassen Sie sich den für Sie besten Vergleichszeitraum einfach und automatisiert ermitteln. Sie geben nur Ihre Daten ein und unsere Software teilt Ihnen mit, welcher Vergleichszeitraum für Sie am besten ist und beantragt dies natürlich für Sie.

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