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Elterngeld und Steuererklärung - Elterngeld richtig versteuern

Von , Dipl.-Finanzwirt (FH) Aktualisiert am

Elterngeld ist steuerfrei – trotzdem kommt nach der Elternzeit oft eine Steuernachzahlung. Der Grund: Elterngeld und Mutterschaftsgeld erhöhen den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen (Progressionsvorbehalt). Wechselt der arbeitende Partner zusätzlich in Steuerklasse 3, wird während des Jahres noch weniger Lohnsteuer einbehalten. Was im ersten Moment hilft, kann sich im Nachgang jedoch als teurer Fehler darstellen. Legen Sie deshalb Geld für die Nachzahlung zurück. In diesem Artikel wird erklärt, welche Auswirkungen das Elterngeld auf die Einkommensteuer hat. Mit unserem Progressionsrechner sehen Sie in zwei Minuten, mit welcher Mehrbelastung Sie rechnen müssen. In einem anderen Artikel lesen Sie, wie Sie ein höheres Elterngeld durch einen Steuerklassenwechsel erhalten können.

Kurz gesagt: Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen; wer neben Arbeitslohn mehr als 410 € Elterngeld im Jahr erhalten hat, muss eine Steuererklärung abgeben. Stand: Oktober 2026.

Elterngeld und Steuererklärung - Darauf müssen Sie bei Elterngeld und Ihrer Steuer achten.

Die wichtigsten Fakten zu Elterngeld und Einkommensteuer

  • Wer Arbeitslohn hat und im Kalenderjahr mehr als 410 € Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder andere Lohnersatzleistungen erhält, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben.
  • Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber den Durchschnittssteuersatz bei Abgabe der Einkommensteuererklärung.
  • Elterngeld wird im Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung im Abschnitt „Einkommensersatzleistungen“ eingetragen (Formular 2025: Zeile 35).
  • Die Elterngeldstelle hat die konkrete Höhe Ihres im Kalenderjahr zugeflossenen Elterngeldes dem Finanzamt bereits mitgeteilt (elektronische Datenübermittlung).

Die wichtigsten Tipps und Hinweise zu Elterngeld und Steuererklärung

  • Je weniger steuerpflichtiges Einkommen im Kalenderjahr, desto schwächer der Progressionseffekt.
  • Besonders „hart“ trifft es zusammen veranlagte Elternteile, bei denen einer sehr gut verdient und der andere ein hohes Elterngeld hat.
  • Legen Sie Geld für die Steuernachzahlung zurück, wenn der arbeitende Elternteil während der Elternzeit des Partners den Lohn mit Lohnsteuerklasse 3 versteuert.
  • Lassen Sie frühzeitig Ihre Steuerschuld berechnen, damit keine „bösen Überraschungen“ auf Sie zukommen – eine erste Schätzung liefert unser Progressionsrechner.
  • Bei den Progressionseinkünften gilt das Zuflussprinzip. Wenn der Elterngeldbezugsstart um den Jahreswechsel beginnt, planen Sie sorgfältig, in welchem Jahr es klüger ist, die erste (Nach-)Zahlung vom Elterngeld zu erhalten.
  • Es kann sich lohnen, Elterngeld in ein Jahr zu verlagern, in dem Sie kaum steuerpflichtiges Einkommen haben – zum Beispiel, indem Sie im Geburtsjahr erst ElterngeldPlus beziehen und nach dem Jahreswechsel nachträglich Basiselterngeld beantragen. Das Elterngeld bloß auf zwei Jahre zu verteilen, spart dagegen meist nichts. Ob sich das für Sie lohnt, zeigt unser Progressionsrechner.

Ist Elterngeld einkommensteuerpflichtig?

Nein, es ist sogar explizit steuerfrei, vgl. § 3 Nr. 67 lit. b) Einkommensteuergesetz. Das heißt, das Elterngeld wird von der Elterngeldstelle ohne steuerliche Abzüge 1:1 überwiesen.
 
Aber: Nach § 32b Abs. 1 S. 1 lit. j) Einkommensteuergesetz unterliegt das Elterngeld dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

Der Progressionsvorbehalt bezeichnet einen besonderen Berechnungsvorgang in der Einkommensteuerermittlung, bei welchem steuerfreie Leistungen, indirekt den Steuersatz auf steuerpflichtige Einkünfte erhöhen.

Hierzu heißt es in der damaligen Gesetzesbegründung (vgl. BTDrucks 16/1889, S. 28):

Progressionsvorbehalt bedeutet, dass das Elterngeld […] steuerfrei bleibt, aber für das zu versteuernde Einkommen, etwa den im Kalenderjahr des Leistungsbezugs erzielten Arbeitslohn, ein besonderer Steuersatz berechnet wird. Zu diesem Zweck wird das Elterngeld dem tatsächlich zu versteuernden Einkommen, das sich aus dem gegebenenfalls erzielten Arbeitslohn und etwaigen weiteren Einkünften ergibt, hinzugerechnet. Für das so erhöhte Einkommen werden die Einkommensteuer und dann der auf das Einkommen durchschnittlich entfallende Steuersatz ermittelt. Der ermittelte Steuersatz wird dann auf das tatsächlich zu versteuernde Einkommen (ohne Elterngeld) angewandt.

Durch den Progressionsvorbehalt wird erreicht, dass der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der in der progressiven Gestaltung des Steuertarifs zum Ausdruck kommt, nicht durch die Steuerfreiheit bestimmter Bezüge beeinträchtigt wird. Mit dem Steuersatz soll die gesamte Steuerkraft erfasst werden, und zwar auch insoweit, als sie auf Bezügen beruht, die die steuerliche Bemessungsgrundlage nicht erhöhen.

Am besten lässt sich dies an einem einfachen Beispiel erklären:

Ihr zu versteuerndes Einkommen 2026 beträgt 50.000 EUR (Einzelveranlagung). Die Einkommensteuer beträgt laut Tarif 10.548 EUR, das entspricht einem Durchschnittssteuersatz von rund 21,1 %. Nun prüft das Finanzamt, ob Sie in diesem Jahr Progressionsleistungen (Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld I usw.) erhalten haben. Nehmen wir an, Sie haben 10.000 EUR Elterngeld erhalten. Ihr „fiktives“ zu versteuerndes Einkommen beträgt nun 60.000 EUR, der Durchschnittssteuersatz wäre rund 23,7 %. Dieser höhere Steuersatz wird auf Ihre 50.000 EUR angewandt: Die Einkommensteuer steigt um rund 1.312 EUR auf 11.860 EUR (vereinfachtes Beispiel ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Das Elterngeld selbst bleibt steuerfrei – es macht nur den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen höher.

Ihre eigenen Zahlen rechnen Sie mit unserem Progressionsrechner aus.

Welche Steuervorteile Eltern außerdem haben – Kinderfreibetrag, Kinderbetreuungskosten, Entlastungsbetrag –, zeigt die Seite Kinderfreibetrag und Steuern mit Kind.

Progressionsrechner: Wie viel Steuern kostet Sie das Elterngeld?

Wie viel Steuern kosten Sie Mutterschaftsgeld und Elterngeld? Tragen Sie Ihr Gehalt und den Geburtstermin ein – der Rechner zeigt Ihnen die voraussichtliche Mehrbelastung für jedes betroffene Jahr, erklärt in einfachen Worten, wie sie zustande kommt, und macht zwei Günstigerprüfungen: Lohnt sich „erst ElterngeldPlus, dann Basiselterngeld“? Und ist für Verheiratete die gemeinsame oder die getrennte Steuererklärung günstiger? Er funktioniert für Eltern, die ihre Steuererklärung allein abgeben, und für Paare mit gemeinsamer Steuererklärung. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser.

Wie geben Sie Ihre Steuererklärung ab?

Sie – der Elternteil, der Elterngeld bekommt

Die Zahlen stehen auf Ihrer Gehaltsabrechnung. Ein Monatsdurchschnitt vor der Schwangerschaft genügt.

Daraus schätzt der Rechner Ihr Mutterschaftsgeld und Ihr Elterngeld.
Bekommen Sie Mutterschaftsgeld?
Wird aus dem Nettogehalt geschätzt (rund 65 %, höchstens 1.800 €). Kennen Sie Ihren Betrag aus unserem Elterngeldrechner oder dem Bescheid, tragen Sie ihn ein.
Ab der Geburt gezählt; die Monate mit Mutterschaftsgeld zählen mit. ElterngeldPlus rechnen Sie bitte in Basis-Monate um (2 Plus-Monate = 1 Basis-Monat).
Weitere Angaben (optional)
z. B. Mieteinnahmen nach Kosten oder Gewinn aus einer Nebentätigkeit. Hohe Werbungskosten oder andere Abzüge mit Minus eintragen.
So rechnet der Rechner

Der Rechner schätzt aus Ihrem Gehalt das steuerpflichtige Einkommen je Kalenderjahr (Gehalt abzüglich Arbeitnehmer-Pauschbetrag, gesetzlicher Sozialversicherungsbeiträge und Sonderausgaben-Pauschbetrag) und vergleicht die Einkommensteuer ohne und mit Mutterschaftsgeld, Arbeitgeberzuschuss und Elterngeld (Progressionsvorbehalt, § 32b EStG). Der beim Gehalt nicht verbrauchte Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird von den Leistungen abgezogen. Elterngeld zählt in dem Jahr, in dem es ausgezahlt wird; angenommen wird die Zahlung am Ende jedes Lebensmonats. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind enthalten, Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, private Krankenversicherung und andere Abzüge nicht. Das Ergebnis ist eine Orientierung; verbindlich ist Ihr Steuerbescheid. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser und werden nicht gespeichert.

Günstigerprüfung 1: Erst ElterngeldPlus, dann Basiselterngeld?

Für die Steuer zählt Elterngeld in dem Jahr, in dem es auf Ihrem Konto ankommt. Mit folgendem Weg können Sie einen Teil des Elterngeldes ins nächste Jahr verlagern:

  1. Sie beantragen für die Lebensmonate im Geburtsjahr zunächst ElterngeldPlus. Wenn Sie nach der Geburt nicht arbeiten, ist das genau die Hälfte des Basiselterngeldes.
  2. Nach dem 1. Januar ändern Sie den Antrag: Für die Monate, in denen Sie ElterngeldPlus bekommen haben, beantragen Sie nachträglich Basiselterngeld. Das erlaubt das Gesetz ausdrücklich – auch für Monate, die länger als drei Monate zurückliegen (§ 7 Abs. 2 BEEG).
  3. Die Elterngeldstelle zahlt die zweite Hälfte nach – im neuen Jahr. Erst dort zählt sie für die Steuer.

Insgesamt bekommen Sie genauso viel Elterngeld wie mit Basiselterngeld von Anfang an. Die Faustregel: Das lohnt sich nur, wenn Sie im Folgejahr (fast) kein steuerpflichtiges Einkommen haben. Wo kein Einkommen ist, kann ein höherer Steuersatz nichts kosten. Das Elterngeld bloß auf zwei Jahre zu verteilen, spart dagegen nichts – oft kostet es sogar etwas mehr, weil der Steuersatz bei kleineren Einkommen mit jedem zusätzlichen Euro besonders schnell steigt.

Beispiel 1 – es lohnt sich: Lena gibt ihre Steuererklärung allein ab. Ihr Kind kommt am 15. Juni 2026 zur Welt. Sie verdient 4.000 € brutto (2.600 € netto) und bleibt nach dem Elterngeld bis Ende 2027 ohne Gehalt in Elternzeit. Mit Basiselterngeld von Anfang an zahlt sie für 2026 rund 1.480 € mehr Steuern. Mit „erst ElterngeldPlus“ wandern 3.380 € Elterngeld ins Jahr 2027 – dort hat Lena kein steuerpflichtiges Einkommen, das Geld kostet also keine Steuer. Ersparnis: rund 235 €. Der Preis: Die 3.380 € fehlen ihr von September bis zur Nachzahlung im neuen Jahr.

Beispiel 2 – es lohnt sich nicht: Sarah hat dasselbe Gehalt, ihr Kind kommt am 15. März 2026, und ab Mitte März 2027 arbeitet sie wieder voll. 2026 hat sie nur im Januar verdient; ihr steuerpflichtiges Einkommen liegt bei rund 2.000 €, das Elterngeld wirkt dort kaum (rund 195 €). 2027 verdient sie wieder (rund 29.600 € steuerpflichtig) – jeder dorthin verschobene Euro erhöht den Steuersatz auf dieses Einkommen. Mit der Strategie zahlt sie rund 530 € mehr.

Beispiel 3 – bei Paaren fast nie: Anna und Tom geben eine gemeinsame Steuererklärung ab. Anna (4.000 € brutto) bleibt nach dem Elterngeld zu Hause, Tom verdient 5.000 € brutto. Durch Toms Gehalt haben beide in beiden Jahren ein ähnlich hohes gemeinsames Einkommen (rund 49.000 € und 47.000 €). Das Verschieben kostet sie rund 160 € mehr. Solange der Partner weiter verdient, bringt die Strategie bei gemeinsamer Steuererklärung so gut wie nie etwas.

Darauf sollten Sie achten: Der Änderungsantrag muss vor dem Ende Ihres Bezugszeitraums bei der Elterngeldstelle eingehen. Im Geburtsjahr steht Ihnen zunächst nur die Hälfte des Elterngeldes zur Verfügung – planen Sie das finanziell ein. Arbeiten Sie während des Elterngeldes in Teilzeit, ist ElterngeldPlus meist mehr als die Hälfte; dann sieht die Rechnung anders aus. Jeder Monat, den Sie in Basiselterngeld ändern, zählt als voller Basis-Monat. Bitte prüfen Sie die Monate im Änderungsantrag sorgfältig; über die Änderung entscheidet die Elterngeldstelle.

Günstigerprüfung 2: Gemeinsame oder getrennte Steuererklärung?

Verheiratete können jedes Jahr neu wählen, ob sie gemeinsam (Zusammenveranlagung) oder jeder für sich (Einzelveranlagung) abrechnen. Gemeinsam ist meist günstiger: Das Einkommen wird geteilt (Splitting), und der Partner mit dem höheren Gehalt zahlt dadurch einen niedrigeren Steuersatz. Bei der gemeinsamen Erklärung erhöhen Elterngeld und Mutterschaftsgeld aber auch den Steuersatz auf das Gehalt des Partners. Getrennt wirken sie nur beim Elternteil, der sie bekommen hat.

Beispiel 4: Julia (6.000 € brutto, 1.800 € Elterngeld) und Ben (2.500 € brutto) sind verheiratet, ihr Kind kommt am 15. März 2026. 2026 hat Julia viel Mutterschaftsgeld und Elterngeld, aber nur einen Monat Gehalt. Gemeinsam würde das Elterngeld auch Bens Gehalt höher besteuern – getrennt sparen sie 2026 rund 350 €. 2027 hat Julia gar kein Gehalt mehr; jetzt bringt das Splitting viel, und gemeinsam ist rund 2.000 € günstiger. Am besten fahren die beiden also, wenn sie für 2026 getrennt und für 2027 gemeinsam abrechnen.

Der Rechner oben macht beide Günstigerprüfungen für Ihre eigenen Zahlen. Bei der Steuererklärung können Sie die Veranlagungsart in der Steuersoftware oder beim Lohnsteuerhilfeverein für beide Varianten berechnen lassen, bevor Sie abgeben. Die Beispiele sind gerundet und rechnen mit gesetzlich versicherten Angestellten ohne Kirchensteuer.

Wie wird Elterngeld versteuert? Elterngeld in der Einkommensteuererklärung eintragen

Elterngeld trägt man, wie andere Einkommensersatzleistungen die dem Progressionsvorbehalt unterliegen (ALG I, Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Kurzarbeitergeld, etc.), im Hauptvordruck der Steuererklärung im Abschnitt „Einkommensersatzleistungen“ (Formular 2025: Zeile 35), getrennt nach Person, ein. Den Zuschuss des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld tragen Sie dort nicht ein: Er steht auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung und gehört in die Anlage N.

Ausschnitt aus dem amtlichen Hauptvordruck ESt 1 A 2025:

Die Elterngeldstelle hat dem Finanzamt die Höhe Ihres Elterngeldes bereits elektronisch übermittelt. Wenn Sie am Abrufverfahren der elektronischen Daten teilnehmen, können Sie das Elterngeld automatisch in die richtige Zeile übernehmen.

Tipp: Arbeitnehmer-Pauschbetrag
Bevor das Finanzamt den Steuersatz berechnet, zieht es von Elterngeld und Mutterschaftsgeld den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) ab – aber nur den Teil, der nicht schon beim Arbeitslohn verbraucht ist (§ 32b Abs. 2 EStG). Davon profitieren Sie also vor allem in einem Jahr, in dem Sie kein oder nur wenig Gehalt hatten, zum Beispiel im Jahr nach der Geburt. Haben Sie im selben Jahr gearbeitet, ist der Pauschbetrag meist schon beim Gehalt verbraucht. Das gilt auch, wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten höher als 1.230 € waren (Bundesfinanzhof, Urteil vom 25.09.2014, III R 61/12; eine Verfassungsbeschwerde dagegen hat das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen). Ein Einspruch allein aus diesem Grund ist deshalb nicht mehr sinnvoll.

Zum Ausdrucken: Steuer-Spickzettel für Familien 2026 – Elterngeld und Progressionsvorbehalt, Kinderfreibetrag, Kinderbetreuungskosten und Entlastungsbetrag mit Beispielen (PDF, 1 Seite). Alle Checklisten und Vorlagen

Wie vermeide ich eine Nachzahlung bei der Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer. Das heißt, das Finanzamt überprüft mit Ihrer Steuererklärung wie viele Einkommensteuern Sie für das abgelaufene Kalenderjahr zahlen müssen. Ob Sie nachzahlen müssen oder eine Erstattung bekommen hängt demzufolge davon ab, wie viel Sie vorausgezahlt haben. Es gibt verschiedene Varianten der Einkommensteuervorauszahlungen. Die bekanntesten sind wohl:

  • die Lohnsteuern (Angestellte, Beamte, etc.),
  • die quartalsweisen Einkommensteuer-Vorauszahlungen (Selbständige, Gewerbetreibende, Vermieter, etc.) und
  • die Kapitalertragsteuern.

Wenn Sie allein veranlagt werden (ledige, dauernd getrennt lebende, etc.), besteht in aller Regel nur dann eine erhöhte Gefahr einer Nachzahlung, wenn Sie während des Elterngeldbezuges überdurchschnittlich hohes steuerpflichtiges Einkommen haben (zum Beispiel aufgrund von Vermietungseinkünften oder ähnlichem).
 
Zusammen veranlagte Paare sollten die Situation genauer prüfen. Die größte Gefahr einer Nachzahlung besteht, wenn beide Elternteile vor der Geburt überdurchschnittlich gut verdient haben und nach der Geburt ein Elternteil den Höchstbetrag des Elterngeldes bezieht während der andere Partner bei weiterhin hohem Einkommen in die Steuerklasse 3 wechselt, bzw. – wenn selbständig – die Einkommensteuer-Vorauszahlungen herabsetzen lässt.

„Die persönliche Einkommensteuerberechnung ist sehr komplex, da neben den steuerpflichtigen Einkünften und Progressionsleistungen auch noch viele weitere Faktoren (Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Steuerermäßigungen, etc.) die Höhe beeinflussen. Pauschale Aussagen und Tipps sind deshalb nicht zutreffend, lassen Sie sich deshalb von Ihrem Steuerberater beraten und die voraussichtliche Einkommensteuerschuld prognostizieren, damit Sie nicht überrascht werden.”

FAQ

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • Einkommensteuergesetz (EStG): § 3 (Elterngeld steuerfrei), § 32b (Progressionsvorbehalt), § 46 (Pflicht zur Steuererklärung)
  • Abgabenordnung (AO): § 149 (Abgabefristen)
  • Familienportal des Bundes: Was ist Elterngeld?

Quellen geprüft: Oktober 2026

Stand: Oktober 2026.

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