Elterngeld Neuigkeiten

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Familienministerium veröffentlicht Elterngeld-Digital

30.10.2018

Kürzlich veröffentlichte das BMFSFJ das neue Portal „Elterngeld-Digital“ (www.elterngeld-digital.de). Dort können Eltern aus Sachsen und Berlin die Elterngeldanträge online ausfüllen und erhalten auch eine individuelle Liste über die benötigten Unterlagen.

Unserer Meinung ist dies ein guter Schritt in Richtung Vereinfachung der Elterngeldbeantragung für Eltern, den wir äußerst begrüßen. Jedoch gibt es unserer Meinung nach, noch ein paar wenige Gründe, weshalb wir die Plattform nicht gern weiterempfehlen, die wir hier erläutern möchten:

1) Schwierige Formulierungen

Das System der Antragstellung wird wie folgt umgesetzt: Nach Abfragen diverser Grunddaten zum Antragsteller wird der jeweilige Elterngeldantrag des zuständigen Bundeslandes in die Eingabemaske geladen. Im Grunde füllen Eltern dann eins zu eins den mitunter schwer zu verstehenden Antrag aus, so als hätten sie ihn direkt vor sich. Das einzig Positive hier ist, dass Fragen, die aus rein logischen Gründen für den individuellen Fall nicht zutreffen, nicht gestellt werden.

Nichtsdestotrotz stehen die Antragsteller mitunter sehr schwierigen Formulierungen gegenüber.

Unsere Elterngeldsoftware wurde nach einem völlig anderen Grundsatz konzipiert und fragt nicht nach dem jeweiligen Bundesland-Antrag ab, sondern erfragt mit möglichst einfacher Sprache und umfangreichem Hilfsmaterial die für den Elterngeldanspruch relevanten Informationen ab. Ein kluger Algorithmus sorgt sogar dafür, dass die statistisch häufigsten Angaben oder die nach den vorher eingegebenen Daten logische Schlussfolgerung bereits vorausgewählt ist. Das vereinfacht und verkürzt das Ausfüllen enorm.

2) Eingabedaten werden nach 30 Tagen ohne Warnung gelöscht

Wahrscheinlich aus Datenschutz- und Datensparsamkeitsgründen werden, unserer Meinung nach unverhältnismäßiger weise, die zwischengespeicherten Daten komplett gelöscht. Nach einer weiteren Periode der Nicht-Nutzung wird sogar das gesamte Kundenkonto unwiderruflich gelöscht (ohne Vorwarnung!).

Es gibt viele Eltern, die sich frühzeitig, das heißt im ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimester bereits eingehend mit dem Elterngeld beschäftigen (Nachtrag vom 31.03.19: statistische Auswertungen unserer Software-User bestätigen diesen Fakt).

Wenn nun Antragsteller ihren Antrag im zweiten Schwangerschaftstrimester begonnen haben und dann später nach der Geburt sich einloggen möchten, um die restlichen Daten zu ergänzen und den Antrag abzuschließen, stellen sie womöglich fest, dass alle Eingabedaten unwiderruflich gelöscht sind, ja ggf. sogar das Kundenkonto gelöscht wurde.

Diese Regelung kritisieren wir, weil sie die Lebenswirklichkeit der Eltern missachtet. Man findet kaum einen anderen Dienst im Internet, der solch strenge Löschvorschriften anwendet (vgl. zum Beispiel ElStEr-Online). Wir sehen das als äußerst Eltern-unfreundlich an.

Auch in diesem Punkt können wir also die Nutzung unserer Software uneingeschränkt empfehlen. Der Kunde kann selbstverständlich auf Wunsch die Löschung seines Kontos beantragen, jedoch wird - zu Gunsten der Benutzer - der Account bewusst „am Leben gehalten“, damit bei einem weiteren Geschwisterkind bspw. viel weniger Daten eingegeben werden müssen.

3) Keine Betreuung bei der Elterngeldstelle

Unverständlicherweise sind die Elterngeldstellen dazu angehalten, nicht mit den Antragstellern gemeinsam bei einer Beratung in der Elterngeldstelle das Portal „Elterngeld- Digital“ zu nutzen und die Daten einzugeben.

Hier könnte die Unterstützung wesentlich effektiver laufen. Sind es doch die Bearbeiter in den Elterngeldstellen, die dann auch die Anträge bearbeiten werden.

4) Elterngeldrechner und Antrag getrennt

Elterngeld-Digital selbst bietet keinen Elterngeldrechner an. Antragsteller müssen also auf einer anderen Website einen Elterngeldrechner bedienen, um den optimalen Bezugszeitraum herauszufinden und zu planen. Wenn man dann dort einen Wunschbezugszeitraum gefunden hat, kann man die bereits eingegebenen Daten nicht einfach übernehmen, sondern muss dann die vielen Informationen nochmals bei Elterngeld- Digital angeben.

Bei einem solch großen Digitalisierungsprojekt können wir nur schwer die Gründe nachvollziehen, warum der Elterngeldrechner nicht mit dem Tool „Elterngeld-Digital“ verknüpft wurde.

Selbstverständlich ist diese Funktion in unserer Software vorhanden, um möglichst schnell und einfach zum vollständigen Elterngeldantrag zu gelangen.

Fazit

Der Grundgedanke von „Elterngeld-Digital“ ist gut. Bei der Umsetzung gibt es noch an so manchen Stellen optimierungspotential.

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