FAQ - häufige Fragen zum Thema Elterngeld

Elterngeld ist eine staatliche Sozialleistung zur Förderung von Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Kinderbetreuung ganz oder teilweise einstellen.
Um Elterngeld zu erhalten, muss man seine Erwerbstätigkeit zugunsten der Kinderbetreuung ganz oder teilweise einschränken. Selbständige und Gewerbetreibende können im Regelfall den Umfang ihrer Erwerbstätigkeit selbst bestimmen, bzw. lenken, ggf. können sie auch jemanden einstellen, der z.B. die Aufträge betreut und abwickelt. Selbständige und Gewerbetreibende sind daher von der sog. Elternzeit nicht betroffen, da sie im Regelfall keinen Arbeitgeber haben. Damit aber Arbeitnehmer ihre Erwerbstätigkeit einschränken können, bedarf es einer Art „Sonderurlaub“ oder eine (noch) flexible(re) Teilzeitermöglichung. Um dies den Arbeitnehmern zu garantieren, implementierte der Gesetzgeber die sog. Elternzeit in das BundesElterngeld- und ElternzeitGesetz (BBEG), damit diese einen gesetzlichen Anspruch auf diese Art von „Sonderurlaub“ oder eine flexible(re) Inanspruchnahme von Teilzeitmodellen haben können.
Es gibt grundsätzlich 4 Voraussetzungen, die für den Anspruch auf Elterngeld vorliegen müssen:
1) Sie haben Ihren Wohnsitz oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland
2) Sie leben mit Ihrem Kind im selben Haushalt
3) Sie betreuen und erziehen das Kind selbst (siehe Frage Nummer 4)
4) Sie gehen keiner oder keiner vollen Erwerbstätigkeit nach (siehe Frage Nummer 5)
Für den Anspruch auf Elterngeld ist es nötig, dass Sie Ihr Kind selbst betreuen und erziehen. Das bedeutet konkret, dass Ihnen (und ggf. mit Ihrem Partner) die „Betreuungs- und Erziehungshoheit“ obliegt. Eine Betreuung des betreffenden Kindes durch Dritte (KiTa, Tagesmutter, Verwandte, etc. ist nicht schädlich, andernfalls wäre die Inanspruchnahme der Partnerbonusmonate, bei denen beide Elternteile mind. 25 Wochenstunden erwerbstätig sein müssen, nicht umsetzbar.
Um Elterngeld zu erhalten dürfen Sie im Durchschnitt nicht über 30 Wochenstunden einer Erwerbstätigkeit nachgehen, das heißt, wenn Sie Arbeitnehmer sind, dürfen Sie, um den Elterngeldanspruch nicht zu gefährden, maximal eine regelmäßige Wochenarbeitszeit von 30 Stunden vereinbaren. Wenn Sie Selbständig oder Gewerbetreibender sind, müssen Sie der jeweiligen Elterngeldstelle hinreichend glaubhaft machen, dass Sie nicht mehr als 30 Wochenstunden Ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen. Dies erfolgt regelmäßig durch eine schriftliche Erklärung über die Erwerbstätigkeit selbst und welche Maßnahmen für den Elterngeldbezugszeitraum ergriffen wurden, damit Sie nicht mehr als die erlaubte Stundenanzahl tätig sind, bspw. extra eingestelltes Personal, Annahmestop für Aufträge, etc.
Ihre zuständige Elterngeldstelle finden Sie hier
Der Elterngeldantrag muss schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle vorliegen. Die Antragsformulare Ihrer Elterngeldstelle finden Sie hier
Ja. Vor der Geburt des Kindes kann der Antrag noch nicht abgegeben werden. Ab der Geburt ist Folgendes zu beachten: Elterngeld wird rückwirkend nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats geleistet, in dem der Antrag eingegangen ist.

Beispiel:
Geburt am 05.03.2016 / Antrag am 20.08.2016
Der Elterngeldantrag ging im sechsten Lebensmonat des Kindes bei der Elterngeldstelle ein. Deshalb kann Elterngeld nur für die Zeit des dritten, vierten und fünften Lebensmonats gezahlt werden. Für den ersten und zweiten Lebensmonat wurde der Antrag damit zu spät eingereicht.

Geburt am 05.03.2016 / Antrag am 29.06.2016
Der Elterngeldantrag ging im vierten Lebensmonat des Kindes bei der Elterngeldstelle ein. Deshalb kann Elterngeld für die Zeit des ersten, zweiten und dritten Lebensmonats gezahlt werden. Als letzter Termin, um Elterngeld für den ersten Lebensmonat zu erhalten muss in diesem Beispiel der Antrag bis zum 04.07.2016 (letzter Tag im vierten Lebensmonat) eingereicht werden.
Elterngeld wird nicht für Kalendermonate ausgezahlt. Die Auszahlung orientiert sich vielmehr an den sogenannten Lebensmonaten des Kindes. Der erste Lebensmonat des Kindes beginnt mit dem Tag der Geburt und endet nach Ablauf eines Monats.

Beispiel:
Das Kind wurde am 05.03.2016 geboren.
Der erste Lebensmonat beginnt am 05.03.2016 und endet mit Ablauf des 04.04.2016.
Der zweite Lebensmonat beginnt am 05.04.2016 und endet mit Ablauf des 04.05.2016.
Der sechste Lebensmonat beginnt am 05.08.2016 und endet mit Ablauf des 04.09.2016.
Der 14. Lebensmonat beginnt am 05.04.2017 und endet mit Ablauf des 04.05.2017.
usw.
Elterngeld beträgt mindestens 300 EUR, höchstens jedoch 1.800 EUR im Monat. Wird Elterngeld-Plus beantragt, halbieren sich diese Beträge. Grundsätzlich orientiert sich die Höhe des Elterngeldes an der Höhe des vorgeburtlichen Einkommens, welches nach der Geburt (z.T.) entfällt. Die Höhe entspricht ca. 65 bis 67 % des vorherigen Einkommens, bzw. des Einkommenswegfalls.
Elterngeld wird regelmäßig am ersten Tag des Lebensmonats für den kommenden Lebensmonat ausgezahlt. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder Feiertag, verschiebt sich der Auszahlungstermin auf den nächsten Bankarbeitstag.

Beispiel:
Das Kind ist am 05.03.2016 geboren. Das Elterngeld wurde in korrekter Höhe mit Bescheid vom 20.04.2016 festgesetzt. Am 05.05.2016 (Donnerstag) erhält der Antragsteller das Elterngeld für den dritten Lebensmonat. Da der 05.06.2016 ein Sonntag ist, verschiebt sich die Auszahlung des Elterngeldes für den vierten Lebensmonat auf den 06.06.2016 (Montag).

Eine Auszahlung in einer Summer oder andere Auszahlungsmodalitäten sind nicht (mehr) vorgesehen.
Bemessungszeitraum nennt man den Zeitraum, in welchem das elterngeldrelevante Einkommen vor der Geburt des Kindes erzielt wird. Bei Arbeitnehmern ist regelmäßig der sog. 12-Monatszeitraum vor der Geburt des Kindes der Bemessungszeitraum (Achtung, kann sich durch Mutterschaftsleistungen ggf. verschieben). Bei Selbständigen und Gewerbetreibenden ist der Bemessungszeitraum im Regelfall der letzte steuerliche Veranlagungszeitraum, das ist normalerweise das letzte Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes. Auch hier kann es aber Verschiebungen geben. Bei sog. Mischeinkommen gilt der Grundsatz der Selbständigen und Gewerbetreibenden, d.h. auch hier ist Bemessungszeitraum der letzte abgeschlossene steuerliche Veranlagungszeitraum. Bezugszeitraum nennt man den Zeitraum des Elterngeldbezuges. Das sind die entsprechenden Lebensmonate des Kindes in denen ein Anspruch auf Elterngeld besteht.
Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonate sind die drei derzeit verschiedenen Arten des möglichen Elterngeldbezuges. In folgender Übersicht sind diese Arten anhand lebensnaher Beispiele vorgestellt:


Basiselterngeld ist das typische (und frühere) Elterngeld schlechthin. Beiden Elternteilen stehen zusammen 14 Monate Basiselterngeld zu. Die Aufteilung kann beliebig erfolgen, jedoch kann ein Elternteil höchstens 12 Monate (Ausnahme: Alleinerziehende) in Anspruch nehmen. Es müssen jedoch mindestens 2 Monate Basiselterngeld in Anspruch genommen werden, nur ein einzelner Monat Basiselterngeld ist nicht vorgesehen. Es kann aber auch auf die Inanspruchnahme von Elterngeld verzichtet werden.

Beispiel:
Vater (V) und Mutter (M) sind beide angestellt. Ihr gemeinsames Kind (K) wurde am 05.03.2016 geboren. Sie wählen die „klassische“ Aufteilung der Elterngeldmonate, indem die M die ersten zwölf Lebensmonate Elterngeld in Anspruch nimmt und der V den 13. und 14. Lebensmonat Elterngeld beansprucht (die sog. Vätermonate). Das elterngeldrelevante Einkommen aus Erwerbstätigkeit der M beträgt 2.200,- EUR, weshalb ihr Elterngeldanspruch 1.430,- EUR (= 65% von 2.200,- EUR) beträgt. Das elterngeldrelevante Einkommen aus Erwerbstätigkeit des V beträgt 2.000,- EUR, weshalb sein Elterngeldanspruch 1.300,- EUR (= 65% von 2.000,- EUR) beträgt. Nach diesen 14 Lebensmonaten des K ist grundsätzlich der Elterngeldanspruch aufgebraucht (Ausnahme: Inanspruchnahme von Partnerschaftsbonusmonaten, vgl. dort). Basiselterngeld kann nicht über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus in Anspruch genommen werden.

Für Kinder, die ab 01.07.2015 geboren wurden, kann neben dem Basiselterngeld auch Elterngeld Plus beantragt werden. Zusammengefasst kann man sagen, dass Elterngeld Plus eine gesetzgeberische Förderung von Teilzeiterwerbstätigkeit während der (frühkindlichen) Erziehung darstellt. So ist ein Elterngeld Plus Monat ein halber Basiselterngeldmonat. Das heißt, beide Elternteile könnten dadurch bis zum 28. Lebensmonat des Kindes Elterngeld Plus erhalten. Durch das Elterngeld Plus ergeben sich mehrere Bezugsoptionen von Elterngeld und damit viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Beispielssachverhalt:
Vater (V) und Mutter (M) sind beide angestellt. Ihr gemeinsames Kind (K) wurde am 05.03.2016 geboren. Sie wählen folgende Elterngeldarten: Die M möchte die ersten 5 Lebensmonate des K Basiselterngeld beziehen. Ab dem 6. Lebensmonat möchte sie bis zum 15. Lebensmonat Elterngeld Plus beziehen. Ab dem 13. Lebensmonat beginnt M wieder ihre Erwerbstätigkeit als Angestellte mit 30 Wochenstunden. Ab dem 16. Lebensmonat geht sie wieder voll arbeiten. Der V möchte mit der M zusammen den 5. Lebensmonat Basiselterngeld beziehen. Ab dem 16. Lebensmonat des K arbeitet er nur noch Teilzeit (30 Wochenstunden) und möchte 6 Monate Elterngeld Plus beziehen. Danach, d.h. ab dem 22. Lebensmonat, geht auch er wieder Vollzeit seiner Erwerbstätigkeit nach.

Höhe des Elterngeld Anspruches:
Das elterngeldrelevante Einkommen aus Erwerbstätigkeit der M beträgt 2.200,- EUR, weshalb ihr Elterngeldanspruch in den ersten fünf Monaten 1.430,- EUR (= 65% von 2.200,- EUR) beträgt (=Basiselterngeldmonate). Vom 6. bis 12. Lebensmonat geht M keiner Erwerbstätigkeit nach und bezieht Elterngeld Plus. Da M kein anrechenbares Einkommen in diesem Zeitraum hat, beträgt ihr Elterngeld Plus 715,- EUR (hälftiges Basiselterngeld). Da sie ab dem 13. Lebensmonat wieder erwerbstätig wird (30 Wochenstunden), erhält sie anrechenbares Einkommen. Der Anspruch auf Elterngeld Plus verringert sich dadurch auf ca. 358,- EUR (Teilzeiteinkommen = 1.650,- EUR (75% von 2.200,- EUR), d.h. Einkommenswegfall in Höhe von 550,- EUR, davon 65% Elterngeld Plus = 358,- EUR). Das elterngeldrelevante Einkommen aus Erwerbstätigkeit des V beträgt 2.000,- EUR, weshalb sein Elterngelsanspruch im 5. Lebensmonat 1.300,- EUR (= 65% von 2.000,- EUR) beträgt. Sein Elterngeld Plus Anspruch ab dem 16. bis 21. Lebensmonat beträgt unter Berücksichtigung seines anrechenbaren Einkommens aus Erwerbstätigkeit 325,- EUR (Teilzeiteinkommen 1.500,- EUR (75% von 2.000,- EUR), d.h. Einkommenswegfall in Höhe von 500,- EUR, davon 65% Elterngeld Plus = 325,- EUR). Damit schöpften M und V ihre Elterngeldmonate voll aus (Ausnahme: Inanspruchnahme von Partnerschaftsbonusmonaten, vgl. dort). Wichtig: Elterngeld muss ab dem 15. Lebensmonat lückenlos in Anspruch genommen werden, d.h. es darf ab diesem Zeitpunkt kein Lebensmonat „pausiert“ werden.

Für Kinder, die ab 01.07.2015 geboren wurden, kann neben dem Basiselterngeld und Elterngeld Plus, auch die sog. Partnerschaftsbonusmonate beantragt werden. Partnerschaftsbonusmonate sind 8 weitere Elterngeld Plus Monate (4 pro Elternteil), die man an 4 aufeinander folgenden Lebensmonaten des Kindes beanspruchen kann. Um Partnerschaftsbonusmonate erhalten zu können müssen 2 Voraussetzungen vorliegen: 1) Die allgemeinen Voraussetzungen müssen vorliegen (vgl. Frage Nummer 3 – Wer hat Anspruch auf Elterngeld) und 2) beide Elternteile müssen in diesem Zeitraum mindestens zu 25 Wochenstunden und dürfen höchsten zu 30 Wochenstunden erwerbstätig sein. Hier fördert der Gesetzgeber also eine Teilzeiterwerbstätigkeit beider Eltern mit dem Ziel, dass die Betreuung und Erziehung des Kindes von beiden Elternteilen möglichst gleichermaßen übernommen wird.

Beispiel:
Sachverhalt wie bei Elterngeld Plus, nur mit folgender Abwandlung: Die M arbeitet ab dem 16. Lebensmonat des Kindes weiter teilweit zu 30 Wochenstunden und möchte ab dem 22. Lebensmonat gemeinsam mit dem V die Partnerschaftsbonusmonate in Anspruch nehmen. Der V arbeitet ab dem 22. Lebensmonat weiter teilweit zu 30 Wochenstunden und beantragt gemeinsam mit der M 4 Partnerschaftsbonusmonate.

Höhe des Elterngeld-Anspruches:
Durch die Inanspruchnahme der Partnerschaftsbonusmonate erhält die M für die 22. bis 25. Lebensmonate des K insgesamt vier weitere Elterngeld Plus Monate, das heißt, unter Berücksichtigung ihres anrechenbaren Erwerbseinkommens erhält sie pro Monat 358,- EUR (Teilzeiteinkommen = 1.650,- EUR (75% von 2.200,- EUR), d.h. Einkommenswegfall in Höhe von 550,- EUR, davon 65% Elterngeld Plus = 358,- EUR). Durch die Inanspruchnahme der Partnerschaftsbonusmonate erhält der V für die 22. bis 25. Lebensmonate des K insgesamt vier weitere Elterngeld Plus Monate, das heißt, unter Berücksichtigung seines anrechenbaren Erwerbseinkommens erhält er pro Monat 325,- EUR (Teilzeiteinkommen 1.500,- EUR (75% von 2.000,- EUR), d.h. Einkommenswegfall in Höhe von 500,- EUR, davon 65% Elterngeld Plus = 325,- EUR).

Kontakt

So finden Sie uns.

kontakt@einfach-elterngeld.de
Pennricher Str. 31, 01157 Dresden
0351 / 46449927
0160 / 8565778

Oder nutzen Sie unser Kontaktformular